Akkord-Übersicht

Griffbilder · Fingersatz · Tabulatur

          
C
Dur
Zahl im Punkt = Finger: 1 Zeigefinger · 2 Mittelfinger · 3 Ringfinger · 4 Kleiner Finger
Zahlen links am Rand = Bund · goldener Balken = Barré
○ = leere Saite mitschlagen · × = Saite nicht anschlagen

Übungs-Loop

4 Takte · Akkordwechsel im Rhythmus üben
Loop-Bereich
Tempo stellst du unten am Metronom ein. Der erste Schlag jedes Taktes klingt höher — so findest du die „Eins". ↓ = Abschlag, ↑ = Aufschlag, · = Pause.

Stimmen

Stimmgerät & Referenztöne · Standardstimmung E A D G B E
Stimmgerät (Mikrofon)
Erlaube den Mikrofon-Zugriff, spiel eine Saite einzeln an — erkannte Note und Abweichung in Cent erscheinen. Grün = stimmt (± 5 Cent). Hinweis: englisches B = deutsches H. iPhone/iPad: Stummschalter an der Seite ausschalten, sonst bleibt die ganze App lautlos.
Referenztöne
Tippe eine Saite an — der Referenzton klingt dauerhaft, bis du erneut tippst. Stimme deine Saite, bis keine Schwebung (langsames „Wabern") mehr zu hören ist. Von der dicken E-Saite (6) zur dünnen e-Saite (1) arbeiten.

Quintenzirkel

Tonarten · Vorzeichen · Stufenakkorde
Im Uhrzeigersinn steigt jede Tonart um eine reine Quinte (7 Halbtöne) — deshalb kommt pro Schritt genau ein ♯ dazu (bzw. ein ♭ weniger). Außen Dur, innen die parallele Moll-Tonart: gleiche Töne, anderer Grundton.

Musiktheorie

Rhythmus · Melodik · Harmonik — das Wesentliche für Gitarristen

Rhythmus

Notenwerte & Pausen
Jeder Notenwert halbiert den vorherigen: Ganze (4 Schläge) → Halbe (2) → Viertel (1) → Achtel (½) → Sechzehntel (¼). Im 4/4-Takt ist die Viertel der Grundschlag — genau das, was das Metronom unten klickt. Zu jedem Notenwert gibt es die gleich lange Pause. Pausen sind Musik, keine Fehler.
Taktarten
Die obere Zahl sagt, wie viele Schläge ein Takt hat, die untere, welcher Notenwert zählt. 4/4: Pop & Rock — Betonung auf der 1, leichter auf der 3. 3/4: Walzer — Betonung nur auf der 1. 6/8: wiegender Balladen-Puls, zwei Gruppen à drei Achtel (Betonung auf 1 und 4).
Tempo & BPM
BPM = Schläge pro Minute. Grob: unter 60 sehr langsam (Largo), um 90 gehend (Andante), ab 130 schnell (Allegro). Übe-Regel: Starte bei etwa 60 % des Zieltempos. Erst wenn drei Durchläufe fehlerfrei sind, 5 BPM erhöhen — Geschwindigkeit ist ein Nebenprodukt von Präzision. Tipp: Tempo unten per Tap eintippen.
Zählen & Schlagmuster
Achtel zählst du „1 + 2 + 3 + 4 +" — auf der Zahl schlägt die Hand nach unten ↓, auf dem „+" nach oben ↑. Die Hand pendelt immer durch, auch wenn sie die Saiten nicht trifft: Das Pendel ist dein inneres Metronom, das Muster entsteht nur durch gezieltes Auslassen — genau so zeigt es der Übungs-Loop an.

Melodik

Töne & Halbtöne am Griffbrett
Eine Oktave hat 12 Halbtöne — auf der Gitarre ist 1 Bund = 1 Halbton. Am 12. Bund halbierst du die schwingende Saitenlänge, die Frequenz verdoppelt sich: die Oktave. Natürliche Halbtonschritte liegen nur zwischen E–F und H–C. Achtung: das englische B ist das deutsche H.
Die Dur-Tonleiter
Formel: Ganz–Ganz–Halb–Ganz–Ganz–Ganz–Halb (in Bünden: 2-2-1-2-2-2-1). C-Dur nutzt nur Stammtöne — die weißen Tasten der Klaviatur unten. Auf einer einzelnen Saite gespielt: Bünde 0–2–4–5–7–9–11–12, so hörst und siehst du die Formel gleichzeitig.
Intervalle
Der Abstand zweier Töne, gemessen in Halbtönen (= Bünden):
IntervallHalbtöneKlang
kleine Terz3weich — Moll
große Terz4hell — Dur
Quarte5offen
Quinte7stabil — der Powerchord
Oktave12gleicher Ton, höher
Merkhilfe: Nachbarsaiten sind im Quart-Abstand gestimmt — außer G→B (große Terz). Deshalb „verrutschen" Griffmuster auf der B-Saite um einen Bund.
Pentatonik
Fünf Töne statt sieben: Die Moll-Pentatonik (1–♭3–4–5–♭7) lässt genau die Töne weg, die Halbtonreibung erzeugen — deshalb klingt sie fast immer „richtig". Die bekannte Box ab dem 5. Bund ist die A-Moll-Pentatonik: das Grundgerüst fast aller Rock- und Blues-Soli.

Harmonik

Wie ein Akkord entsteht
Akkorde sind geschichtete Terzen: Grundton + Terz + Quinte. Die Terz entscheidet das Geschlecht — große Terz (4 Halbtöne) = Dur, kleine Terz (3) = Moll. Die Quinte ist neutral. Der Powerchord besteht nur aus Grundton + Quinte (+ Oktave): ohne Terz ist er weder Dur noch Moll — deshalb funktioniert er verzerrt so gut.
Kadenz & Stufen
Baust du auf jedem Ton einer Dur-Tonleiter einen Akkord, entstehen die Stufen: I–ii–iii–IV–V–vi–vii° (groß = Dur, klein = Moll). Die Kadenz I–IV–V–I ist das Grundgerüst (in C: C–F–G–C): Spannung → Auflösung. Unzählige Songs nutzen I–V–vi–IV (G–D–Em–C) — probier es im Übungs-Loop.
Septakkorde
Eine weitere Terz obendrauf: G7 (Dominantseptakkord) enthält einen Tritonus, der zur Tonika drängt — deshalb „will" G7 nach C. maj7 klingt weich und jazzig (Fmaj7), m7 rund und entspannt (Am7). Faustregel: 7er-Akkorde = mehr Farbe, mehr Zugkraft.
Umkehrungen & Slash-Akkorde
Liegt statt des Grundtons die Terz oder Quinte im Bass, spricht man von einer Umkehrung — notiert als Slash-Akkord: D/F♯ heißt „D-Dur mit F♯ im Bass". Damit baust du Basslinien, die von Akkord zu Akkord schrittweise laufen (G → D/F♯ → Em). In der Akkord-Übersicht findest du zu C, D, E, G und Am je eine schöne Umkehrung.
Der Quintenzirkel im Alltag
Nachbarn im Zirkel teilen sich 6 von 7 Tönen — sie sind verwandt. I, IV und V einer Tonart liegen direkt nebeneinander, die parallele Moll steht innen. Songs modulieren meist zu Nachbarn. Zum Ausprobieren: eigener Reiter Quintenzirkel.
Capo & Transponieren
Der Capo verschiebt den Sattel: pro Bund + 1 Halbton für alle Saiten. Ein G-Griff mit Capo 2 klingt als A, mit Capo 4 als H. So spielst du schwere Tonarten mit offenen Anfänger-Griffen — Griffbild und klingender Akkord sind dann verschieden.